Foto: Miniatur Wunderland Hamburg

Geteilte Stadt. 1945–1990

Die Sonderausstellung erzählt im Kleinformat die dramatische Geschichte der deutschen Teilung nach. Sieben Dioramen zeigen am Beispiel einer fiktiven Berliner Straßenkreuzung den wechselvollen Alltag der Menschen in Ost und West. Hier finden Sie eine Vorschau auf die Ausstellung. Sehen sie die ganze Ausstellung ab jetzt wieder im Forum Willy Brandt Berlin.

1945–1949

Nach dem Zweiten Weltkrieg wird Berlin von den Alliierten in vier Besatzungszonen aufgeteilt. Der Konflikt der drei Westmächte mit der Sowjetunion verschärft sich, es kommt zur Berlin-Blockade und „Luftbrücke”. Die Beseitigung der Kriegsschäden und die sich abzeichnende Teilung der Stadt prägen das Leben der Menschen. Willy Brandt kehrt aus dem skandinavischen Exil zurück nach Berlin, um aktiv am demokratischen Wiederaufbau mitzuwirken und erhält 1948 wieder die deutsche Staatsbürgerschaft.

Vorrangig Frauen suchen über die Vermisstenwände nach ihren im Krieg verschollenen Männern und anderen Familienangehörigen.

1950–1954

Nach der Gründung der BRD und DDR 1949 wird die Teilung Deutschlands fundamentiert und die SED sichert ihre Macht durch den Aufbau eines Überwachungssystems. Am 17. Juni 1953 protestieren rund eine Million Menschen überall in der DDR gegen die SED-Diktatur. Sowjetische Panzer schlagen den Volksaufstand nieder. Dabei kommen mehrere hundert Menschen kommen ums Leben bzw. werden interniert.

Am 17. Juni 1953 kommt es zum Volksaufstand in der DDR. Hierbei geht es neben wirtschaftlichen Forderungen auch um freie Wahlen und Demokratie.

1955–1960

Die politische Lage in der „Frontstadt des Kalten Krieges“ ist angespannt. 1958 kommt es zu einer schweren Krise, als der sowjetische Parteichef Nikita Chruschtschow in einem Ultimatum den Abzug der Westalliierten aus Berlin fordert. In dieser Zeit setzt sich Willy Brandt als Regierender Bürgermeister den sowjetischen Drohungen entgegen und sorgt dafür, dass West-Berlin frei bleibt. Brandt wird zum international bekannten Sprecher seiner Stadt.

Da immer mehr Menschen die DDR verlassen, werden die Sektorengrenzen vorerst durch einen Schlagbaum angeriegelt.

1961

Die Fronten in der Berlin-Frage sind verhärteter denn je. Am 13. August 1961 schließt die Regierung in Ost-Berlin mit Stacheldraht und Straßensperren die Sektorengrenze. Der Mauerbau beginnt. Über Nacht werden tausende Familien getrennt, das Verkehrsnetz zerschnitten und Fenster und Türen in Grenzrichtung zugemauert. Willy Brandt verurteilt die brutalen Maßnahmen, die den Viermächtestatus von Berlin verletzen, scharf.

Am 15. August 1961 errichten ostdeutsche Bauarbeiter unter Aufsicht von Grenzsoldaten die ersten Betonelemente und Hohlblocksteine.

1962-1964

Um die Folgen der Grenzschließung zu mildern, leitet Willy Brandt seine „Politik der kleinen Schritte“ ein. Im Dezember 1963 kann er einen Erfolg bei den schwierigen Verhandlungen mit Ost-Berlin verzeichnen: Das Passierscheinabkommen wird unterzeichnet. Dadurch können West-Berliner*innen Weihnachten 1963 erstmals seit dem Mauerbau wieder Verwandte in Ost-Berlin besuchen.

Ab dem 17. Dezember 1963 ermöglicht das erste Passierscheinabkommen Westberlinern erstmals wieder den Besuch ihrer Ostverwandten. 730.000 Menschen nutzen diese Möglichkeit.

1965-1988

In den Jahrzehnten nach dem Mauerbau normalisiert sich die Lage in der geteilten Stadt. Willy Brandt setzt seine in Berlin begonnene Entspannungspolitik als Außenminister und später als Bundeskanzler in Bonn fort. Während West-Berliner die “Zitterprämie” erhielten und von der Wehrpflicht ausgenommen waren, bekamen Ost-Berliner jedoch die Mangelwirtschaft der SED-Regierung immer deutlicher zu spüren. Es kommt zu Versorgungsengpässe und langen Schlangen vor Geschäften.

Die vom Staat mitverantworteten Versorgungslücken bei Lebensmitteln und Konsumgütern zwingen immer mehr Menschen dazu, in langen Schlangen vor den Händlern und Läden zu warten.

1988/1990

Seit dem Sommer 1989 flohen immer mehr Menschen aus der DDR und Tausende forderten bei den Leipziger Montagsdemonstrationen freie Wahlen. Am 9. November 1989 verkündet SED-Politbüromitglied Günter Schabowski überraschend Reiseerleichterungen  und löst damit den Fall der Berliner Mauer aus. Mit dem Fall der Berliner Mauer und der Friedlichen Revolution geht für Willy Brandt ein Traum in Erfüllung. Ein Jahr später ist Deutschland vereint, die Deutsche Einheit 1990 krönt Willy Brandts Lebenswerk.

Um 21.30 Uhr bringt der Radiosender RIAS die ersten Reportagen von offenen Grenzübergängen. Es sammeln sich ca. 200.000 Menschen an allen Übergängen und erstürmen unter anderem auch die Mauer, um nach West-Berlin zu gelangen.

Die Sonderausstellung “Geteilte Stadt.1945–1990” wird präsentiert in Kooperation mit dem Miniatur Wunderland Hamburg und der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.

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