Foto: Bundesregierung/Ludwig Wegmann

50 Jahre Moskauer Vertrag

Die Stiftung

Der Moskauer Vertrag vom 12. August 1970 zwischen der Bundesrepublik und der Sowjetunion bildet ein Kernstück der Neuen Ostpolitik Willy Brandts. Am Jahrestag der Vertragsunterzeichnung wirft die Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung ein Schlaglicht auf das Abkommen mit einer Reihe von Videos und Podcasts. In Interviews mit Gernot Erler, dem ehemaligen Russland-Beauftragten der Bundesregierung, dem stellvertretenden Direktor des Deutschen Historischen Instituts Moskau, Andreas Hilger und der Historikerin und Osteuropaexpertin Susanne Schattenberg und dem Historiker Bernd Greiner beleuchten wir die Bedeutung und Folgen des Vertrags für die deutsch-russischen Beziehungen.

Mit dem langjährigen SPD-Außen- und Sicherheitspolitiker Gernot Erler spricht Wolfgang Schmidt über die Entspannungspolitik der frühen 1970er Jahre. Der Zeitzeuge erzählt von seiner persönlichen Verbindung zu Willy Brandt und bewertet die historischen Folgen seiner Friedenspolitik. Außerdem kommen die beiden auf den aktuellen Zustand und die zukünftige Entwicklung des deutsch/europäisch-russischen Verhältnisses zu sprechen. Gernot Erler, geboren 1944, war von 1987 bis 2017 Mitglied des Bundestages und von 2014 bis 2018 Russland-Beauftragter der Bundesregierung. Das Interview ist ebenfalls als Podcast verfügbar.

In Moskau wurde 1970 nicht nur eine Grundlage für die Entspannungspolitik zwischen der Sowjetunion und der Bundesrepublik gelegt, sondern auch 1990 der 2+4 Vertrag geschlosen. Das Abkommen zwischen den beiden deutschen Staaten und den vier Siegermächten von 1945 beseitigte das letzte Hindernis vor der Wiederherstellung der deutschen Einheit. Der stellvertretende Direktor des Deutschen Historischen Instituts in Moskau, Andreas Hilger, spricht im Interview über die russische Sichtweise auf die Verträge von 1970 und 1990 und wie er die daraus resultierenden historischen Interpretationen beurteilt.

Mit Susanne Schattenberg, Professorin für Zeitgeschichte und Kultur Osteuropas an der Universität Bremen und Direktorin der Forschungsstelle Osteuropa, blicken wir auf die sowjetischen Beweggründe für die Entspannungspolitik. Kann man analog von einer „Neuen Westpoltik“ des KPdSU-Generalsekretärs Leonid Breschnew sprechen? Was bewog die Führung der Sowjetunion den Vertrag mit der Bundesrepublik zu schließen und welche Folgen hatte die „Neue Ostpolitik“ für das Verhältnis zwischen der Sowjetunion und der DDR.

Mit dem Historiker Bernd Greiner spricht Hendrik Große-Homann über die weltpolitsiche Situation, in der der Moskauer Vertrag unterzeichnet wurde. Welche Rolle spielte Washington – aber auch Ost-Berlin – bei den Verhandlungen? Wie beeinflusste der Vertrag die Situation zwischen den Supermächten? Und gegen welche Widerstände mussten Willy Brandt und Egon Bahr kämpfen? Der Podcast erscheint in der Reihe „10 Minuten Frieden“: In jeweils zehn Minuten sprechen wir mit Historiker*innen über Ereignisse im 20. Jahrhundert, die für den Frieden von Bedeutung waren.

Hintergründe und weitere Informationen über Willy Brandts politisches Wirken und den Moskauer Vertrag finden Sie auf der Willy Brandt Online-Biografie sowie in Wolfgang Schmidts Artikel „Durchbruch für die Neue Ostpolitik“ und Bernd Rothers Kolumne „Moskauer Vertrag: Als Willy Brandt Deutschlands Verhältnis zum Osten neu begründete“ im Vorwärts.

Teilen und drucken

Neuigkeiten der Willy Brandt Stiftung