Startseite / Aktuelles / Neuigkeiten / Lübecker Verfassungsrede 2026 Lübecker Verfassungsrede 2026 Festvortrag von Heike Krieger Haus Icon Haus Lübeck Veröffentlicht: 27. Mai 2026 Anlässlich des Tags der Verfassung fand am 23. Mai in der Evangelisch-Reformierten Kirche die Lübecker Verfassungsrede 2026 statt. In diesem Jahr hielt die renommierte Völkerrechtlerin Heike Krieger die Festrede. Die Professorin für Öffentliches Recht und Völkerrecht an der Freien Universität Berlin ist Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Internationales Recht und war von 2007 bis 2014 Richterin am Verfassungsgerichtshof des Landes Berlin. Zum Auftakt begrüßte Bürgermeister Jan Lindenau die über 220 Gäste und führte in den Abend ein. Im bis auf den letzten Platz besetzten Kirchensaal spannte danach Heike Krieger in ihrem Vortrag einen weiten Bogen über die gegenwärtige weltpolitische Lage und die Rolle des Völkerrechts in einer zunehmend konfliktreichen internationalen Ordnung. Dabei setzte sie sich mit der wachsenden Skepsis gegenüber internationaler Kooperation auseinander. Immer häufiger werde das Völkerrecht als wirkungslos oder gar naiv dargestellt. Dem stellte sie die Vorgaben des Grundgesetzes entgegen, das ausdrücklich auf internationale Zusammenarbeit und die Herrschaft des Rechts ausgerichtet sei. Gerade in Zeiten globaler Krisen komme dem Völkerrecht eine zentrale Bedeutung für Frieden, Stabilität und demokratische Werte zu. „Es muss darum gehen, sich gemeinsam mit anderen Staaten den Erosionstendenzen entgegenzustellen, um eine Diffusion illiberaler Herrschaftsvorstellungen zu unterbinden und die Unterwanderung der eigenen Demokratie zu verhindern“, so Krieger. Im Anschluss an die Rede dankte Jan Schenkenberger vom Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold bei der der Festrednerin und bei den Musikern Kirill Volkov & Jasper Sitze, die den Abend als „The Twiolas“ begleitet haben. In seinem Schlusswort hob er nochmals die Bedeutung des Völkerrechts für die Demokratie und die internationale Zusammenarbeit hervor und verabschiedete das Publikum in den Abend. Die Lübecker Verfassungsrede bot damit einen ebenso inspirierenden wie nachdenklichen Abend. Wer nicht dabei sein konnte, hat die Möglichkeit, die Veranstaltung im Podcast nachzuhören. Die Veranstaltungsreihe wird gemeinsam vom Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, der Hansestadt Lübeck und dem Willy-Brandt-Haus Lübeck getragen und knüpft an die Weimarer Tradition der Verfassungsreden von Arnold Brecht und Gustav Radbruch an. Damals wie heute steht die kritische Auseinandersetzung mit den Grundlagen demokratischer Ordnung im Mittelpunkt. Weitere Neuigkeiten