Foto: Bundesregierung/Detlef Gräfingholt

50 Jahre Friedensnobelpreis an Willy Brandt – Jubiläumsprogramm der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung

Die Stiftung Pressemitteilung MM

Am 20. Oktober vor 50 Jahren gab das Osloer Nobelpreis-Komitee den Preisträger des Jahres 1971 bekannt: Bundeskanzler Willy Brandt. Am 10. Dezember 1971 fand die feierliche Verleihung des Friedensnobelpreises in der norwegischen Hauptstadt statt. Knapp 25 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Sozialdemokrat „für seine Versöhnungspolitik zwischen alten Feindländern“ geehrt, wie es in der Begründung des Komitees hieß. Mit der Neuen Ostpolitik habe er „im Geiste des guten Willens einen hervorragenden Einsatz geleistet, um Voraussetzungen für den Frieden in Europa zu schaffen.“

Die Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung erinnert ab dem 20. Oktober 2021 mit einem umfassenden Jubiläumsprogramm an dieses besondere historische Datum. Im Vordergrund steht dabei immer die Frage nach der heutigen Relevanz des Politik- und Friedensverständnisses von Willy Brandt.

Zu den Veranstaltungen gehören die Eröffnung der internationalen Wanderausstellung „Willy Brandt 1913-1992. A Life for Freedom, Peace and Reconciliation between Nations“ in Oslo und die Willy-Brandt-Rede 2021 „Peace Today“ mit Berit Reiss-Andersen, der Vorsitzenden des Osloer Nobelpreis-Komitees. In Lübeck und Berlin finden zudem ein internationales Symposium und Diskussionsveranstaltungen statt, die im Livestream übertragen werden. Zahlreiche Angebote auf den Social-Media-Kanälen der Stiftung runden das Programm ab.

Willy Brandt war nach Gustav Stresemann (1926), Ludwig Quidde (1927) und Carl von Ossietzky (1935) der vierte und bis heute letzte Deutsche, der mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde. Im Rückblick auf sein politisches Leben schreibt er 1989 in seinen „Erinnerungen“: „Mitgetan zu haben, daß der deutsche Name, der Begriff des Friedens und die Aussicht auf europäische Freiheit zusammengedacht werden, ist die eigentliche Genugtuung meines Lebens.“

 

Das Jubiläumsprogramm im Überblick

OSLO
Eröffnung der Wanderausstellung in Oslo | 11. November 2021, 18:00 Uhr
Die internationale Wanderausstellung „Willy Brandt 1913-1992. A Life for Freedom, Peace and Reconciliation between Nations“ stellt das Leben und Wirken Willy Brandts in Schlaglichtern vor. Vom 12. November 2021 bis 11. Februar 2022 ist die Ausstellung in norwegischer Sprache in der Bibliothek der Universität Oslo zu sehen – in der Stadt, in der Willy Brandt 1971 den Friedensnobelpreis entgegennahm.

Basierend auf den Ausstellungsinhalten wurde zudem ein Schülerwettbewerb in Norwegen ins Leben gerufen.

DIGITAL
Willy-Brandt-Rede 2021: Peace Today | 3. Dezember 2021, 19:00 Uhr
Online-Vortrag von Berit Reiss-Andersen, Friedensnobelpreiskomitee Oslo
Berit Reiss-Andersen, Vorsitzende des Friedensnobelpreiskomitees, spricht über heutige Herausforderungen, die Welt friedlicher zu machen. Angesichts aktuell scheinbar unlösbarer Konflikte und Krisen weltweit wirft sie einen Blick zurück auf die Ehrung Willy Brandts vor 50 Jahren, dessen friedenspolitisches Engagement die Blockkonfrontation zwischen Ost und West maßgeblich zu entschärfen half.

Vortrag in englischer Sprache

BERLIN & LIVESTREAM
Diskussionsveranstaltung: Friedenspolitik in unserer Zeit | 8. Dezember 2021, 14:00–20:30 Uhr
Willy Brandts Leitideen für eine friedlichere Welt haben die deutsche und internationale Politik maßgeblich geprägt. Was lernen wir aus Willy Brandts Politik für die heutigen Herausforderungen? Und auf welche Fragen muss eine umfassende Friedenspolitik heute Antworten finden? Darüber diskutieren Martin Schulz (Bonn), Beatrice Fihn (Genf) und Jens Stoltenberg (Brüssel).

Kooperationsveranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung

LÜBECK & LIVESTREAM
Internationales wissenschaftliches Symposium: Frieden stiften? Nobelpreisträger*innen der 1970er Jahre | 9. Dezember 2021, 13:00–18:30 Uhr
In den 1970er Jahren wurden so unterschiedliche Persönlichkeiten wie Willy Brandt, Henry Kissinger oder Mairead Corrigan mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Wie wurden die Entscheidungen des Osloer Komitees damals in Politik und Gesellschaft aufgenommen? Welche Vorstellungen von Frieden und Konfliktregulierung waren damit verbunden?

Mit Frank Bösch (Potsdam), Jan Eckel (Tübingen), Bernd Greiner (Lübeck), Corinna Hauswedell (Bonn/Dublin), Dan Meridor (Tel Aviv), Irina Scherbakowa (Moskau) und Benedikt Schönborn (Wien).

LÜBECK & LIVESTREAM
Podiumsdiskussion: Unersetzlich, aber bald irrelevant? Der Friedensnobelpreis heute | 9. Dezember 2021, 19:30–21:00 Uhr
Welche Relevanz wird dem Friedensnobelpreis heute beigemessen und wie steht es um seine universelle Akzeptanz? Welche Erwartungen, aber auch Enttäuschungen werden aktuell mit der Auszeichnung verbunden? Darüber diskutieren Rolf Mützenich (angefragt), Elisabeth Röhrlich (Wien) und Ursula Schröder (Hamburg).

DIGITAL
21. Oktober bis 11. Dezember 2021
Ob Politikerin oder Schuldirektorin, ob Fußballspieler oder ehemaliger Ministerpräsident, ob Schülerin oder Publizistin: In der Videoreihe sprechen sie über Frieden, Willy Brandt und den Friedensnobelpreis. Der Podcast „10 Minuten Erneuerung“ setzt sich kritisch mit der Auszeichnung auseinander. Und in „Game Changing: Oslo 1971“ stellen Schülerinnen das friedenspolitische Engagement Willy Brandts vor.

Weitere Informationen zum Jubiläumsprogramm, Pressematerial sowie Livestreams, Videos und Podcasts unter www.willy-brandt.de.

Malte Mau

Kommunikation & Presse

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