Photo: Jens Jeske

Zeitgeschichte@home KW22

Geschichte ganz persönlich: Leben in der DDR

Geschichte ist nicht nur zwischen verstaubten Aktendeckeln zu entdecken. Geschichte wird erlebt, Geschichte wird erzählt: von Menschen, die ihre Erlebnisse und Erfahrungen mitteilen. Das tun sie ganz subjektiv, sie erzählen ihre persönliche Geschichte – so, wie sie sie wahrgenommen haben und als Zeitzeugen erinnern.

Ihr könnt Zeitzeugen an Eure Schule einladen, damit sie Euch erzählen, wie sie das Leben in der DDR erlebt haben. Es gibt mehrere Internetportale, über die Ihr Kontakt zu interessanten Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartnern herstellen könnt, so zum Beispiel das Zeitzeugen-Büro  oder das Portal Zeitenwende. Aktuell sind persönliche Treffen mit Zeitzeugen allerdings nicht möglich. Viele Zeitzeugenberichte sind aber auch online zu finden – als Video-Clips. Wir haben Euch hier einige Links zusammengestellt:

  • Auf Jugendopposition in der DDR findet Ihr 24 kurze Clips und damit 24 verschiedene Einblicke in das Leben von Jugendlichen, die in der DDR in das Visier der Staatssicherheit gerieten, unter Druck gesetzt, verhaftet und verurteilt wurden – weil sie sich für freie Wahlen einsetzten oder gegen Umweltverschmutzung demonstrierten.
  • Auf der Seite DDR-Zeitzeuge berichten Oppositionelle, Fluchthelfer, Angehörige von Grenztoten und politische Gefangene über ihre Erfahrungen.
  • Auch die Geraer Gedenk- und Begegnungsstätte im Torhaus hat Video-Interviews online gestellt. Hier stehen die Hafterfahrungen der Berichtenden im Vordergrund.
  • In der Mediathek der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur könnt Ihr stärker thematisch recherchieren. Ob es um Repression und Haft in der DDR geht, um den 17. Juni 1953 oder den Mauerbau 1961 – hier seid Ihr richtig.
  • Suchtpotenzial hat das Zeitzeugen-Portal. Diese Seite bietet fast 1.000 Interviews – aufbereitet in rund 8.000 Video-Clips – zur deutschen Geschichte seit 1914. Darin kann man sich schon mal verlieren. Da hilft die Suchfunktion: Klickt Euch unter den Stichworten „Zeiträume“, „Themen“ und „Personen“ einfach mal durch. Ob Ihr Euch eher für den Mauerbau oder den Mauerfall interessiert, mehr über den Alltag in der DDR wissen wollt, oder über die Folgen der deutschen Einheit – Ihr werdet schnell fündig. Außerdem findet Ihr auf dieser Seite Berichte von und über zwei gebürtige Lübecker: Isa Vermehren und Willy Brandt, etwa zur Neuen Ostpolitik und zum Kniefall von Warschau.

Unser Tipp zum Geschichts-Feierabend ist in dieser Woche ein Quiz auf Lebendiges Museum Online , bei dem Du Abbildungen zur Geschichte der DDR und der Bundesrepublik den beiden Staaten auf der Landkarte zuordnen musst. Fordere ruhig Deine Eltern oder Großeltern zum Duell – wer weiß mehr?

In der nächsten Ausgabe von Zeitgeschichte@Home geht es um Zeitzeugen, die ihre Erinnerungen an die Shoah und den Zweiten Weltkrieg vor laufender Kamera mitteilen.

Die Auflösung zur letzten Ausgabe von Zeitgeschichte@Home:

  1. Die Verfassung der DDR trat am 7. Oktober 1949 in Kraft
  2. Es gibt keinen Unterschied zwischen „Grundgesetz“ und „Verfassung“. Das Grundgesetz war zwar zunächst als Provisorium gedacht und sollte bei einer Wiedervereinigung zu einer Verfassung erweitert werden (Artikel 146). Aber die Entscheidung der DDR-Bürger*innen bei den Wahlen am 18. März 1990 zum Beitritt der DDR in den Geltungsbereich des Grundgesetzes der Bundesrepublik war gleichzeitig eine Entscheidung gegen eine Neukonstituierung durch eine neue Verfassung.
  3. Die DDR hatte drei Verfassungen: 1949 – 1968 – 1974
  4. Die ersten Artikel der DDR-Verfassungen lauten:

1949: „Deutschland ist eine unteilbare demokratische Republik; sie baut sich auf den deutschen Ländern auf.“

1968: „Die Deutsche Demokratische Republik ist ein sozialistischer Staat deutscher Nation.“

1974: „Die Deutsche Demokratische Republik ist ein sozialistischer Staat der Arbeiter und Bauern.“

Zusatzfrage:

  1. Artikel 23 regelte den Beitritt der DDR Zum „Geltungsbereich des bundesdeutschen Grundgesetzes“. Er wurde nach dem 3. Oktober 1990 aufgehoben.
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