“Willy Brandt and the Americas, 1974–1992”

The Foundation

mit freundlicher Unterstützung des German Historical Institute Washington DC, der Friedrich-Ebert-Stiftung und des Berlin Kolleg Kalter Krieg

Auch nach seinem Rücktritt als Bundeskanzler im Jahr 1974 blieb Willy Brandt in der internationalen Politik aktiv. Einer seiner Schwerpunkte als Elder Statesman lag bei dem Versuch, die Sozialdemokratie und Europa in die Rolle eines ernstzunehmenden Global Player zu versetzen. Die Politikfelder Frieden und Sicherheit sollten nicht allein den Supermächten überlassen werden. Brandt bemühte sich, neue Partner in der „Dritten Welt“ und insbesondere in Latein­amerika und der Karibik zu finden. Erstmals unterstützte die Sozialistische Internationale unter seiner Führung bewaffnete Freiheitsbewegungen und widersetzte sich der US-amerikanischen Sichtweise, dass diese Konflikte direkt mit dem Kalten Krieg in Verbindung stünden. Brandts Engagement brachte damit auch die westdeutsche Außenpolitik in Bedrängnis.
Mit den Umwälzungen von 1989–1991 traten neue globale Herausforderungen auf. Willy Brandt war mit der Unterstützung des deutschen Einheitsprozesses durch die USA durchaus zufrieden, er konnte aber dem Beharren der Bush-Regierung auf ein militärisches Eingreifen in Kuwait wenig abgewinnen. Der erste Golfkrieg bestärkte ihn in seinen Bestrebungen, die Debatte über eine neue Weltordnung voranzutreiben, in der die Vereinten Nationen eine stärkere Rolle einnehmen sollten.

Die Konferenz wurde geleitet von unserem wissenschaftlichen Mitarbeiter Dr. Bernd Rother und Prof. Dr. Klaus Larres (Chapel Hill/ USA). In den Sektionen referierten Wissenschaftler*innen aus dem In- und Ausland über verschiedene Akteure und Aspekte.
Die Konferenz schloss mit einer Diskussion unter den Zeitzeugen Dieter Dettke (1985-2006 Leiter des FES-Büros in Washington), John Kornblum (1981-1985 Leiter der Mitteleuropa-Abteilung im State Department, 1985–1987 stv. Kommandant des amerikanischen Sektors von Berlin), Pierre Schori (früherer internationaler Sekretär der schwedischen Sozialdemokraten) und Reimund Seidelmann (Mitte der siebziger bis Mitte der achtziger Jahre sicherheitspolitischer Berater der SI und Teilnehmer an SI-Delegationen nach Washington und Moskau).
Die Konferenzsprache war Englisch.

Die Veranstaltung fand statt am
Freitag, 10. Juni, 9-18 Uhr, und Samstag, 11. Juni, 9-13 Uhr,
in der Friedrich-Ebert-Stiftung, Haus 2, Hiroshimastr. 28, 10785 Berlin.

 

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