Foto: Jens Jeske

Gedenken an Willy Brandt mit Bundeskanzler Olaf Scholz und Ministerpräsidentin Malu Dreyer

Forum Berlin

Vor 30 Jahren, am 8. Oktober 1992, verstarb Willy Brandt in der Stadt Unkel am Rhein. Acht Tage später wurde der ehemalige Regierende Bürgermeister von Berlin, Bundeskanzler und Friedensnobelpreisträger im Rathaus Schöneberg aufgebahrt, wo Tausende Abschied von ihm nahmen. Der Trauerstaatsakt für Brandt fand am 17. Oktober (>Video) im Berliner Reichstag statt. Die Gedenkreden hielten Bundespräsident Richard von Weizsäcker, Bundeskanzler Helmut Kohl und der SPD-Vorsitzende Björn Engholm. Besonders ergreifend war die Ansprache des spanischen Ministerpräsidenten Felipe González. Unvergessen bleiben seine Schlussworte „Adiós, amigo Willy“.

Anlässlich des 30. Todestages von Willy Brandt fand heute Morgen an seinem Ehrengrab auf dem Berliner Waldfriedhof Zehlendorf eine Kranzniederlegung mit Bundeskanzler Olaf Scholz statt. Auch die Regierende Bürgermeisterin von Berlin, Franziska Giffey, Wolfgang Thierse als Kuratoriumsvorsitzender der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung, Dennis Buchner als Präsident des Abgeordnetenhauses Berlin, Saskia Esken als Co-Parteivorsitzende der SPD, Martin Schulz als Vorsitzender der Friedrich-Ebert-Stiftung und Heike Hoffmann als Vertreterin für den Kreisverband SPD Charlottenburg-Wilmersdorf legten Kränze an Brandts Grab nieder.

Gedenkfeier in Unkel

Bereits am Freitagabend luden die Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung und die Bürgerstiftung Unkel „Willy-Brandt-Forum“ zu einer Gedenkfeier in Unkel ein. Als Festrednerinnen sprachen die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer und die Historikerin Brigitte Seebacher, Brandts damalige Ehefrau. Zum Auftakt besuchte die Ministerpräsidentin das Willy-Brandt-Forum Unkel und erhielt eine persönliche Führung durch das Museum von dessen Leiter Scott H. Krause. Im Anschluss fand die Gedenkfeier mit rund 120 geladenen Gästen im Festsaal des Rheinhotels Schulz statt, unter ihnen der ehemalige SPD-Parteivorsitzende Rudolf Scharping, der SPD-Bundestagsabgeordnete Martin Diedenhofen, der Generalsekretär der rheinland-pfälzischen SPD, Marc Ruland, der Bürgermeister der Stadt Unkel, Gerhard Hausen und der langjährige Büroleiter Willy Brandts, Klaus-Henning Rosen.

Ulrich Schöler, der Vorstandsvorsitzende der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung, begrüßte die Gäste und hob die anhaltende Wirkmacht von Brandts Politik angesichts aktueller Herausforderungen hervor: „In den letzten Jahren wurde viel zu oft über das Ende der Demokratie diskutiert. Dass sich der Einsatz für die Demokratie auch gegen Widerstände lohnt, zeigt das Leben von Willy Brandt.“

In ihrer Festrede betonte Malu Dreyer die Bedeutung von Willy Brandts politischem Werk und der von ihm verkörperten Werte.  „Der 8. Oktober, der Todestag Willy Brandts, lädt ein zum Gedenken und zum Nachdenken. Das Denken und Handeln Willy Brandts kann uns Orientierung geben, gerade in der aktuellen Zeitenwende. Sein Leben und Wirken hat eindrucksvoll gezeigt: Wie dunkel die Vergangenheit sein mag, es gibt eine Zukunft zu gewinnen“, so die Ministerpräsidentin. „Die letzten 13 Jahre seines Lebens verbrachte Willy Brandt bei uns in Rheinland-Pfalz, im wunderschönen Unkel. Natürlich waren und sind die Rheinland-Pfälzer und Rheinland-Pfälzerinnen stolz auf die Wahl des Alterssitzes.“ Das Interesse an der Person und am Wirken Willy Brandts sei auch 30 Jahre nach seinem Tod lebendig. „Bei den Besuchern und Besucherinnen, gerade bei jungen Menschen, hinterlassen die Führungen durch das Willy-Brandt-Forum immer wieder einen tiefgreifenden Eindruck. Sie sind wichtiger Teil der politischen Bildung in unserem Land“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

In ihrer anschließenden Rede beleuchtete Brigitte Seebacher die gemeinsame Zeit mit Willy Brandt in vielen sehr persönlichen Einblicken und sprach über das fortwährende Vermächtnis seiner Politik. In seinem Schlusswort betonte Hanns Bölefahr, der Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung Unkel „Willy-Brandt-Forum“, die besondere Bedeutung der Gedenkfeier für die Stadt Unkel, dankte allen Beteiligten und endete mit einem Zitat von Willy Brandt: „Nichts kommt von selbst. Und nur wenig ist von Dauer. Darum – besinnt Euch auf Eure Kraft und darauf, dass jede Zeit eigene Antworten will und man auf ihrer Höhe zu sein hat, wenn Gutes bewirkt werden soll.“

Artikel von Bernd Rother erschienen im vorwärts

>Als das Land einen seiner Besten verlor

Staatstrauer in Deutschland – Bernd Rother erinnert anlässlich von Willy Brandts 30. Todestag im Vorwärts an den 8. Oktober 1992 und das anschließende Staatsbegräbnis in Berlin.

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