Foto: Jens Jeske

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Geschichte ganz persönlich: Verfolgung und Vernichtung im Nationalsozialismus

Dieses Mal haben wir euch Links zusammengestellt, die zu Zeitzeugen des Holocausts führen. Die persönlichen Erfahrungsberichte von Menschen, die Verfolgung und Zwangsarbeit im Nationalsozialismus überlebt haben, sind bittere und traurige Geschichten. Sie zeigen aber auch, dass es Möglichkeiten des Weiterlebens mit diesen Erfahrungen gibt. Ihre Zeugnisse der Shoah sind nicht nur für die historische Forschung wichtig: Indem wir ihnen zuhören, können wir diesen Zeitzeugen etwas von ihrer Würde zurückgeben.

Die weltweit größte Interviewsammlung zum Holocaust und Nationalsozialismus findet sich in den USA auf der Seite des Institute für Visual History and Education an der University of California, einige Videos auf deutsch gibt es auf YouTube. Übrigens: Gegründet wurde die Shoah Foundation 1994 durch den Regisseur Steven Spielberg. Während der Dreharbeiten von „Schindlers Liste“ in Krakau hatten ihn polnische Überlebende des Holocaust gebeten, ihre Erinnerungen vor laufender Kamera erzählen zu dürfen. Heute umfasst die Sammlung mehr als 55.000 Interviews.

In Yad Vashem in Israel befindet sich einer der wichtigsten Orte weltweit zur Erinnerung an die Shoah: die Internationale Holocaust Gedenkstätte in Yad Vashem. Hier oder auf YouTube findest du Video-Interviews mit Überlebenden in deutscher Sprache

Mehr als 20 Millionen Menschen wurden als Zwangsarbeiter während des Zweiten Weltkrieg ins Deutsche Reich verschleppt. Im Interview Archiv „Zwangsarbeit 1933-1945“ finden sich etwa 600 Audio- und Video-Interviews mit ehemaligen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern aus 26 Ländern. Dazu gibt es Transkripte, Übersetzungen, Fotos und Kurzbiografien.

Eine kleine Nachbemerkung: Auf den Portalen werden häufig zusätzlich Informationen zum historischen Kontext angeboten, mitunter findet sich Begleitmaterial, das Du für die Schule nutzen kannst. Bei einigen Seiten muss man sich aus Datenschutzgründen vorher anmelden, manchmal kannst Du Dir die Videos auch auf Youtube ansehen.

Unser Tipp zum Geschichts-Feierabend ist diese Woche kein Feierabend-Tipp. Stattdessen stellen wir Euch ein ganz besonderes Projekt vor, das auf Crowd-Sourcing beruht. Man spendet also kein Geld, sondern Zeit. Ob fünf Minuten oder eine halbe Stunde: Ihr könnt Euch an der Aktion „Jeder Name zählt“ des Arolsen Archives International Center on Nazi Persecution beteiligen und dabei helfen, die Namen von Häftlingen auf KZ-Dokumenten zu digitalisieren und im Online-Archiv auffindbar zu machen. Das Arolsen Archive braucht Unterstützung, um die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus wachzuhalten.

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